Kapfila 2018: Drei traumhafte Tage auf dem Olymp

Als am Mittwochmorgen vor Pfingsten ein paar Gestalten auf den Feldern bei den Muttenhöfen in Solothurn über die tau- und regennassen Wiesen stapfen, ahnt noch niemand, wie wundervoll das kommende Pfingstwochenende sein wird. Mit rund 450 Teilnehmenden führt Jungwacht Blauring Kanton erfolgreich ein dreitägiges Zeltlager durch.

 

 

13 Scharen (Ortsgruppen) aus dem Kanton nehmen an diesem dreitägigen Zeltlager Teil. Ein Lager in dieser Grösse wird mehrheitlich von langer Hand geplant, der Aufbau aber findet direkt vorher statt. So sind ab Mittwoch Mitglieder des Organisationskommitees auf dem Platz und unzählige freiwillige Helfende. Gemeinsam stellen wir einen Sarasani; ein Aufenthaltszelt aus zusammengeknüpften Militärblachen, ein Küchenzelt, Materialzelte und ein Eingangstor mit Turm auf. Bei der grössten Baute auf dem Platz übernehmen Outdoor Solutions die Leitung – eine Gruppe von ehemaligen Jungwächtern und anderen jungen Menschen voller Begeisterung und Begabung in Sachen Blachenbauten. Aus 340 Blachen und einem Turm mit zwei Plattformen entsteht ein Zelt, in welches die ganze Lagergemeinschaft passen wird.

 

Diese Lagergemeinschaft reist am Samstagmorgen von ihren jeweiligen Dörfern bis nach Solothurn. Im Schlepptau haben sie alle eine verwirrte Gottheit. Der Göttervater Zeus hat nämlich die Scharen gerufen, sich auf dem solothurnischen Olymp zu versammeln und seine göttlichen Freunde und Freundinnen zu ihm zu bringen. Nachdem die rund 450 Teilnehmenden und Leitenden ihre Schlafzelte eingerichtet haben, können sie sich in Ateliers beschäftigen. Da werden mit Dionysos Figuren aus Früchten geschnitzt, mit Apollo Pfeilbögen gebastelt und Gedichte geschrieben und mit Aphrodite Gesichter künstlerisch geschminkt. So helfen wir den Gottheiten, sich wieder an ihre frühere Form zu erinnern.

 


 

Der alte Glanz der Gottheiten kehrt zurück. Doch wir müssen von Zeus erfahren, dass sein Vater Kronos die Unterweltler versammelt und einen Angriff auf den Olymp plant. Wir glauben aber, dass wir mit dem Bündnis zwischen Zeus und JublanerInnen auch diese Herausforderung erfolgreich meistern können. So verbringen wir diesen regenreichen Abend beruhigt und siegessicher mit Feiern und Festen.

 

Am nächsten Morgen ziehen wir bei Sonnenschein in den Kampf gegen Kronos. Ein Geländespiel findet statt, bei dem die Teilnehmenden auf dem ganzen Lagerplatz und sogar am anderen Aareufer verschiedenste Aufgaben lösen müssen (Dank gebührt hierbei den Pontonieren Solothurn). In gemeinsamer Arbeit erobern wir in diesem Geländespiel Poseidons Dreizack von bösen Sirenen zurück, restaurieren und schmücken eine Zeus-Statue, fliegen mit Pegasus und lassen das heilige Licht auf dem Olymp so hell erleuchten, dass wir uns vor keinen Bösewichten mehr fürchten müssen. Schliesslich gelingt es uns auch Kronos festzunehmen. Nach einiger Überzeugungsarbeit willigt Kronos ein, sich fortan vom Olymp fernzuhalten. Wir sind in Sicherheit!

 


 

Zum Dank verspricht uns Zeus eine Überraschung: am Montag werden für uns die Olympischen Spiele durchgeführt! Nachdem ein Fackelläufer das Olympische Feuer in unser Hauptzelt trägt, teilen wir uns auf und veranstalten einen riesigen Wettkampf. Die jüngeren Teilnehmenden treten in Fussballvariationen, Königsvölkerball und Capture the Flag gegeneinander an, die älteren ausserdem auch in Baseball, Spikeball und Labyrinthball.

 

Mit der Siegerehrung geht das kantonale Pfingstlager dem Ende zu. Während die Götter vom grossen Turm zum Abschied winken und Sprechgesänge in den Himmel rufen, machen sich die Scharen auf den Weg in die Stadt Solothurn, wo sich alle voneinander verabschieden. Die Wege der Ortsgruppen trennen sich und durch ihre individuellen Heimreisen wird das Olympische Feuer und die Freude in den Herzen in den ganzen Kanton getragen. (Text: Raffael Schreiber, Josephine Walter)